SPRIND finanziert Projekt zu „Smart Materials aus Biopolymeren“

Intelligente Werkstoffe bieten Anwendungsmöglichkeiten in Kosmetik und Medizintechnik

SPRIND hat die SolyPlus GmbH beauftragt, sein Technologieprojekt „Smart Materials aus Biopolymeren“ zu validieren. Smart Materials oder intelligente Werkstoffe sind steuerbare Materialien mit außergewöhnlichen mechanischen, chemischen oder pharmakologischen Eigenschaften. Diese Werkstoffe spielen eine immer größere Rolle bei der Entwicklung von neuen vielfältig einsetzbaren, effizienten Produkten.

SolyPlus‘ Technologie erlaubt es, wichtige Biopolymere wie Hyaluronsäure oder Chitosan in Smart Materials zu überführen, die als Ausgangsmaterialien für neue, innovative Produkte dienen und deren industrielle Produktion damit möglich wird. Entsprechende Produkte bestehen beispielsweise aus reiner Hyaluronsäure. Denkbar sind Mikro-Partikel und Wundauflagen, die nicht wieder entfernt werden müssen, Mikronadeln, zum Beispiel zur schmerzfreien und schnellen Impfung oder intradermalen Behandlung, oder orthopädische Implantate, die sich kontrolliert im Körper auflösen und somit keine zweite Operation zur Entfernung erfordern.

Hyaluronsäure wie auch Chitosan sind natürlich vorkommende Makromoleküle mit Anwendungsmöglichkeiten in der Kosmetik, Medizintechnik und Pharmazie. Hyaluronsäure beispielsweise ist nicht-toxisch, nicht-immunogen, nicht-allergen und vollständig abbaubar im Humangewebe, was sie ungefährlich macht und keine unerwünschten Nebeneffekte erwarten lässt. Dennoch überschreiten Hyaluronsäure-Gehalte in gängigen Hautpflege-Kosmetikprodukten kaum 1,5 Prozent, denn beim Lösen in Wasser entsteht schon ab einem bis zwei Prozent eine hochviskose Masse, die sich industriell nicht weiterverarbeiten lässt. Damit bleiben die Anwendungsmöglichkeiten weit hinter dem substanzbezogenen Potential zurück.
SolyPlus

SolyPlus gelingt es nun, diese Einschränkungen zu überwinden und Makromoleküle in einen neuen „Aggregatzustand“ zu überführen.

Die „Smart Materials“ können – wie Holz oder Plastik – allen gängigen industriell verfügbaren Produktionsverfahren unterzogen werden. Die Technologie ist denkbar einfach: Das Biopolymer-Pulver wird angefeuchtet und mechanisch behandelt. Der entstandene „Teig“ lässt sich dann trocknen und zu Hyaluronsäure-Mikropartikeln mahlen, zu Filmen oder Folien für Hyaluronsäure-Wundauflagen walzen uvm. Entsprechende Prototypen hat das Unternehmen aus Haselund, in Nordfriesland bei Husum, bereits hergestellt und patentiert.

Entsprechend dem Validierungsauftrag der SPRIND wird SolyPlus die Technologie bis Ende 2022 inklusive der genannten Prototypen physikochemisch bzgl. ihrer rheologischen Eigenschaften, ihrer Stabilität und Sterilisierbarkeit charakterisieren und für weitere präklinische und klinische Entwicklungen vorbereiten. Bei positiven Ergebnissen wird anschließend geprüft, wie und mit welchen Mitteln diese Produkte als Medizinprodukte bis zur Marktreife weiterentwickelt werden können.

Mehr über SolyPlus: www.solyplus.com