Den Höhenwind ernten: Die Binnen-Windanlage der Zukunft

Der Innovator: Horst Bendix, der Mann fürs Schwere

Horst Bendix
Horst Bendix kennt sich bis ins Kleinste mit Maschinen, die groß, schwer, schlau und effizient gebaut sind, aus. Krane aller Art. Braunkohlebagger. Hebezeuge, wie das für die Montage der Kugel des Berliner Fernsehturms.

Der Ur-Leipziger war viele Jahre lang Technik- und Forschungschef beim Leipziger Schwermaschinenbauer Kirow. Er war auch Hochschul-Professor und Berater in Ingenieurdingen, im Grunde seines Herzens aber immer ein enthusiastischer Maschinenbauer und Erfinder. Mit insgesamt 60 Neu- und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Fördertechnik und des Schwermaschinenbaus war er in internationalen Wettbewerben erfolgreich – und ist entsprechend renommiert.

Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt sich Horst Bendix damit, die Windenergienutzung neu zu denken. Gut für uns alle.
Unterlagen zur Windanlage
Modell des Bendix-Windrad

Die Innovation: die erste Höhenwindanlage im Binnenland

Horst Bendix
Je höher Windräder sind, desto effizienter arbeiten sie, weil der Wind in der Höhe deutlich stetiger ist und stärker weht. Warum baut man sie dann nicht einfach höher?

Weil übliche Windräder wegen des hohen Gewichts der Gondel in Nabenhöhe dynamisch stark belastet sind. Man kann sie praktisch nicht noch höher bauen. Sie würden technisch zu labil und ökonomisch zu teuer.

Gut, dass Horst Bendix sich damit nicht abgefunden und 10 Jahre lang intensiv über dieses Problem nachgedacht, geforscht, experimentiert hat. Was jetzt vorliegt, ist seine wissenschaftlich und maschinenbaulich sauber durchkonstruierte Version einer Höhenwindanlage für das windarme Binnenland (inklusive Minimodell). Mit einer Nabenhöhe (Nabe = dort, wo der Rotor fixiert wird) deutlich oberhalb allem, was bisher gebaut wurde.

Horst Bendix hat gleich mehrere technische Innovationen eingebaut:

1. Der Generator ist nicht mehr in der Gondel, was ermöglicht, dass der neue deutlich höhere Turm nicht schwerer ist als die jetzigen.

2. Die Turmmasse steigt nicht mehr überproportional zur Höhe.

3. Der Turm wird aus Standard-Stahlrohren gebaut, die gut verfügbar (günstig!) und transportierbar sind.

Insgesamt heißt das: Reduktion des Turmgewichts um 50%, Reduktion der Gesamtanlagekosten um 40%.

Das ist nicht nur technisch hochinnovativ, sondern auch volkswirtschaftlich und geopolitisch höchst erfreulich, denn: Die Reduktion der Fertigungskosten senkt die Kosten pro erzeugte Megawattstunde massiv. Außerdem sind Höhenwindräder die intelligenteste Lösung zur Neuausrichtung der ehemaligen Braunkohlereviere. Sowohl die laufenden Reviere in Sachsen und NRW als auch die ehemaligen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg können so ganz realistisch zu windenergiebasierten Innovations- und Produktionsregionen werden – natürlich mit integrierter Speichertechnik. Außerdem wird für die Produktion von « Grünem Wasserstoff », wie von der Bundesregierung geplant, der Bedarf an regionalem und nachhaltigem Strom stark steigen. Horst Bendix wird in der Phase der Realisierung mit „Hingabe und Eifer“ dabei sein.

FILMPORTRAIT HORST BENDIX

Fotos von Horst Bendix
Unterlagen zur Windanlage
Horst Bendix and Rafael Laguna