EINE SPRUNGINNOVATION, DIE LEBEN RETTET: ORGANERSATZ AUS DEM LABOR

In Deutschland warten derzeit fast 10.000 Schwerkranke auf eine lebensrettende Transplantation – die meisten dramatischerweise viele Jahre lang vergeblich. Es gibt einfach zu wenige Spenderorgane. Abhilfe könnte eine medizinische Sprunginnovation – die Züchtung von Ersatzorganen im Labor – schaffen. Und tatsächlich wird weltweit bereits intensiv daran gearbeitet, dreidimensionale organähnliche Modelle – sogenannte Organoide – aus patienteneigenen Zellen zu entwickeln. Die Forschungsergebnisse sind vielversprechend. Haut und Knorpel können bereits kultiviert und Patienten implantiert werden. Die bisher entwickelten Mini-Organe sind aber noch nicht lebensfähig, sie reichen in Größe und Funktionskomplexität noch nicht an echte Organe heran.

Den Durchbruch soll nun der Innovationswettbewerb „Organersatz aus dem Labor“ bringen. Gesucht sind Innovationen, die eine Kultivierung lebensfähiger Organoide ermöglichen – und zwar für die fünf am dringlichsten benötigten Organe: Niere, Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse. Den drei Siegerteams winkt ein Fördergeld für die nächsten Entwicklungsschritte ihres Projekts in Höhe von 3, 2 und 1 Million Euro.

Im Labor kultivierte Organe haben eine große Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Sie würden die Abhängigkeit von Spenderorganen verringern. Sie könnten sogar die Organspende überflüssig machen – und damit zugleich die Betroffenen von den heftigen Belastungen durch Medikamente gegen Abstoßreaktionen befreien.

Beim virtuellen Finale am 7. Mai haben die sechs besten Forschungsteams einer international besetzten Fachjury vorgestellt, wie sie der Vision eines im Labor gezüchteten Organersatzes näherkommen wollen. Die drei Gewinnerteams können nun eine Forschungsförderung von drei Millionen, zwei Millionen bzw. einer Million Euro beantragen.

Die Gewinner des Wettbewerbs im Einzelnen:

1. 3D-Heart-2B: Dreidimensionales Herzgewebe aus dem Labor als implantierbares biologisches Herzunterstützungssystem (Projektleitung: Prof. Dr. Ina Gruh, Medizinische Hochschule Hannover)

2. INDIHEART: Individualisierte Herzmuskulatur für die funktionale Behandlung von Herzinsuffizienz (Projektleitung: Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Universität Göttingen)

3. e-Islet: Entwicklung einer Organoid-Technologie für eine Zellersatztherapie bei Diabetes-Patienten (Projektleitung: Prof Dr. Heiko Lickert und Dr. Matthias Meier, Helmholtz Zentrum München)

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmbf.de