
Gemeinsam mit experimentierfreudigen Partnern aus Politik, Forschung und Hochschulen Strategien und konkrete Hilfestellungen für einen einfacheren, schnelleren und fairen IP-Transfer zu erarbeiten und der Gründungscommunity zur Verfügung zu stellen.
Bisher gelingt es nur bedingt, Forschungsergebnisse erfolgreich in Wirtschaft und Gesellschaft zu übertragen. Die Transfer-Prozesse von Intellectual Property Rights (IPRs) an deutschen Hochschulen sind in den meisten Fällen zu kompliziert und langwierig, um dem Bedürfnis von Gründungsteams nach schnellem Handeln und transparenten Prozessen gerecht zu werden. Es gibt weder einheitliche Lösungen (Blaupausen) für die unterschiedlichen Übertragungskonstellationen, noch verfügen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen über einheitliches Know-how im IP-Transfer.
Ausgründungsprozesse sind dadurch regelmäßig von Unsicherheiten bis hin zu Konflikten zwischen Gründungsteams und Technologietransfereinheiten der Hochschulen geprägt. Denn der Fokus dieser Einrichtungen liegt in erster Linie auf rechtssicheren Prozessen und Verträgen sowie auf kurz- und mittelfristigen Rückflüssen.
Nicht selten verhindert dies Ausgründungen oder zwingt Gründungsteams dazu, sich auf Konditionen mit hohen finanziellen Folgelasten einzulassen. Dadurch werden Finanzierungen für Risikokapitalgeber:innen unattraktiv und Wachstumspotentiale potenzieller Ausgründungen werden nicht genutzt. Langsame und wenig transparente Transferprozesse schmälern zudem den Entwicklungsvorsprung der Ausgründung und hemmen die Motivation der Gründungsteams.
Das Projekt ‚IP-Transfer 3.0 – Neue Wege im IP-Transfer‘ ist ein gemeinsames Pilotprogramm der SPRIND, des Stifterverbandes und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Unterstützt wird die Initiative außerdem von niedersachsen.next-Startup. 2022 gestartet mit einer Pilotgruppe bestehend aus 17 Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Forschungsverbünden, geht es darum, den IP-Transferprozess bei Ausgründungen grundlegend zu vereinfachen, zu beschleunigen und mit Blick auf den zukünftigen Erfolg des neuen Unternehmens zu gestalten.
Die Projektpartner haben gemeinsam mit der Pilotgruppe sowie externen Expert:innen das Transfer-Taschenmesser entwickelt. Dieser Baukasten gibt sowohl den Wissenschaftseinrichtungen als auch den Gründungsteams Werkzeuge an die Hand, um den IP-Transfer-Prozess an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zukünftig zu beschleunigen und gleichzeitig transparent und fair zu gestalten.
Das Transfer-Taschenmesser besteht aus fünf Elementen, die in unterschiedlichen Stadien des IP-Transferprozesses zum Einsatz kommen.
Hier IP-Transfer Glossar nachlesen.
Im Zeitraum 2024 bis 2025 wurden im Rahmen des Pilotprojekts insgesamt drei Befragungen verschiedener Stakeholder-Gruppen durchgeführt, um ein differenziertes Bild von IP-Transfer aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen zu erhalten:
Ziel ist es, den IP-Transfer schneller, einfacher und für beide Seiten fair zu gestalten. Unser Anliegen ist, mehr Transparenz zu schaffen und Licht ins Dunkel zu bringen. Wir treiben die Institutionen an, ihre eigenen Prozesse und Modelle kritisch zu hinterfragen und neue Ansätze auszuprobieren. Gleichzeitig fungieren wir als Broker und fördern den Politikdialog, um alle Beteiligten – Politik und Hochschulleitungen – an einen Tisch zu bringen.
Barbara Diehl
Leiterin der Initiative IP-Transfer 3.0 bei SPRIND
Der Stifterverband ist in diesem Pilotprojekt Umsetzungspartner. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ist für das begleitende Monitoring und die Evaluation zuständig.
Unterstützt wird die Initiative auch von startup.niedersachen durch verschiedene Veranstaltungsformate.
Hier geht es zum Stifterverband und den Ansprechpartner:innen.
Bei SPRIND ist die Ansprechpartnerin Barbara Diehl (barbara.diehl@sprind.org).