28.5.2026

SOUVERÄNITÄT FÜR DIE EUROPÄISCHE WASSERSTOFFHERSTELLUNG

elementarhy ermöglicht 95 Prozent weniger Abhängigkeit

Die Welt braucht grünen Wasserstoff für Düngemittel, CO₂-neutrale Produkte oder auch Brennstoffe. In Europa haben die führenden Technologieanbieter wie Sunfire, Thyssenkrupp, Siemens Energy oder Bosch mehrere Millionen Euro investiert, um den Traum einer emissionsfreien Gesellschaft wahrwerden zu lassen. Dabei gibt es Pläne von europäischen Wasserstoffkunden aus der Stahlindustrie, Düngemittelindustrie und anderen Wasserstoffkonsumenten von über 30 Gigawatt Elektrolysekapazität. Allein in Deutschland sind laut dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln zehn Gigawatt bis zum Jahr 2030 geplant.

Die Herstellung von Wasserstoff ist in der Theorie relativ einfach: In einem Elektrolyseprozess wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Um die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff als Energiequelle gegen herkömmliche Methoden zu gewährleisten, muss der Preis von Wasserstoff entsprechend niedrig sein. Wasserstoff muss wettbewerbsfähig zu fossilen Alternativen werden – konkret bedeutet das: Produktionskosten von unter zwei Euro pro Kilogramm Wasserstoff. Aber der Traum von der emissionsfreien Gesellschaft kann an teuren und nur schwer oder langsam skalierbaren Technologie scheitern.

elementarhy Labor
Arbeit im Labor von elementarhy
Arbeit an der elementarhy Durability Test Bench

Im Fall moderner PEM-Elektrolyseure, zum Beispiel von Siemens Energy, sind es kritische Rohstoffe, die unverzichtbar für die Herstellung einer Schlüsselkomponente sind: die Membran-Elektroden-Einheiten (MEAs). Die MEA ist der zentrale Chip vom Elektrolyseur und definiert Leistung und Haltbarkeit. Die PEM-Elektrolyse macht ungefähr die Hälfte der in Deutschland bis 2030 geplanten Elektrolysekapazität aus. Dabei geht es um ein kostspieliges Edelmetall namens Iridium, das in den MEAs verwendet wird und teurer als Gold ist. Momentan werden bei dem Aufbau von einem Gigawatt Elektrolyseurleistung 500 Kilogramm Iridium benötigt. Doch da die Jahresproduktion weltweit kaum acht Tonnen übersteigt, ist das Wachstum des Wasserstoffmarktes begrenzt – bis jetzt.

Denn angesichts dessen, dass 90 Prozent des Iridiums aus Südafrika und Russland mit entsprechendem politischem und wirtschaftlichem Risiko stammen, internationale Verwerfungen und Ungewissheiten an Märkten die Preisvolatilität erhöhen und Europa bereits mehrfach Technologien ans Ausland verloren hat, braucht es die Entwicklung eigener Spitzentechnologien.

elementarhy bietet genau das: Das Start-up, das aus den Forschungslaboren des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald hervorgegangen ist, benötigt anstatt der heute üblichen 500 nur 25 Kilogramm Iridium pro Gigawatt installierter Elektrolyseurleistung und ermöglicht damit den Wasserstoffhochlauf.

Das Team um Gustav Sievers und Zahra Nasri hat ein Plasmaverfahren entwickelt, um Iridium atomgenau und bindemittelfrei aufzutragen anstatt es als dicke, chemische Paste. Da auf anfällige organische Trägersubstanzen verzichtet wird, ist zukünftig eine extrem hohe Betriebsstabilität von mehr als 80.000 Stunden bei gleichzeitig 95 Prozent weniger Materialeinsatz möglich.

Gustav Sievers und Zahra Nasri von elementarhy
Gustav Sievers und Zahra Nasri von elementarhy

Das überzeugt auch die Bundesagentur für Sprunginnovationen: elementarhy hat im Jahr 2025 einen Validierungsauftrag der SPRIND erhalten, und fokussiert sich seitdem auf den Aspekt der Haltbarkeit. Dank seiner Expertise in Elektrochemie und Plasma-Prozesstechnik wird das elementarhy-Team Methoden entwickeln, um die vorhersehbare Lebensdauer und Betriebsstabilität der MEAs unter realen Bedingungen zu verlängern. Ziel ist es, Betriebslaufzeiten zu erreichen, die zuvor für unmöglich gehalten wurden. Dadurch müssen die MEAs seltener ersetzt werden, wodurch Betriebskosten deutlich sinken. Außerdem stärkt ihr Ansatz die langfristige ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit der grünen Wasserstoffproduktion. Durch den geringen Rohstoffeinsatz wird der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft von kritischen Rohstoffengpässen entkoppelt und zugleich die Technologie durch die deutliche Reduktion von PFAS und toxischen Lösungsmitteln gegen kommende Umweltregulierungen abgesichert – was eine langfristig schadstofffreie Wertschöpfungskette garantiert.

Im nächsten Schritt wird elementarhy mit einem Stackhersteller in die Skalierung im Megawatt-Maßstab starten, damit die grüne Wasserstoffproduktion wirklich Fahrt aufnehmen kann.

elementarhy
elementarhy
Send Email
LinkedIn
Instagram
Youtube
X (Twitter)
Bluesky
Mastodon
Newsletter
Für die Anmeldung zum SPRIND Newsletter gelten die aktuellen Datenschutzhinweise.
SprinD GmbH, Lagerhofstr. 4, 04103 Leipzig, info@sprind.org