
Der Presidential Hackathon in Taiwan – initiiert von der ehemaligen Digitalministerin Audrey Tang – hat das taiwanesische Modell der Bürgerbeteiligung geprägt und dort das Vertrauen in staatliche Institutionen enorm gestärkt. Genau dieses Format holen wir jetzt nach Deutschland: als Deutschland, was nervt? Was geht?
, den ersten bundesweiten Bürger-Hackathon.
Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative der SPRIND und des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS). Umgesetzt wird das Format von einem interdisziplinären Team aus dem Digital Democracy Lab der SPRIND.Society (Jeannette Gusko, Leon Erichsen) und der Abteilung Staatsmodernisierung und Bürokratie-Rückbau des BMDS (Abteilungsleiter Thomas Müller, Referent Julian Buck). Diese Doppelbesetzung stellt sicher, dass neue digitale Beteiligungsformate verprobt werden und die entstehenden Ideen den Weg in die Verwaltung tatsächlich finden. Besonders am Format: Nicht nur das BMDS ist beteiligt – alle weiteren Ressorts, deren Themen von Bürgerideen berührt werden, sind eingebunden. Bürokratieabbau ist ein Querschnittsthema und funktioniert nur ressortübergreifend.
Der Prozess läuft in vier Phasen:
Wichtig ist uns der Umgang mit dem gesamten Ideenfundus. Nicht zu jeder Einreichung entsteht im Hackathon eine Lösung – aber keine geht verloren. Wir verfolgen nach, was aus den Bürgerideen wird. Ideen, die außerhalb des Hackathons weiterverfolgt werden können, leiten wir an zuständige Behörden weiter oder nutzen sie als Inspiration für Politik, Zivilgesellschaft und Start-ups.
Deutschland, was nervt? Was geht?
verfolgt zwei Innovationsziele: Erstens testen wir, ob das Format bei Teilnehmer:innen zu mehr Vertrauen und Selbstwirksamkeit führt – ob Menschen spüren, dass sich durch ihre Beteiligung tatsächlich etwas verändert. Der Prozess wird wissenschaftlich begleitet, damit die Effekte messbar werden. Zweitens suchen wir sprunginnovative Verwaltungslösungen, die bei Erfolg tatsächlich in die Bundesverwaltung integriert werden – mit politischem Rückhalt in allen beteiligten Ressorts. Die zentrale Hypothese: Bürgerbeteiligung entfaltet ihre Kraft nur, wenn sie mit direktem politischem Willen zur Umsetzung verbunden ist. Genau diese Brücke schlagen wir – gemeinsam mit dem BMDS und allen zuständigen Ressorts.