Deutschland, was geht?

Digitale Bürgerbeteiligung, die zur Umsetzung führt

Deutschland, was geht Logo

Der Presidential Hackathon in Taiwan – initiiert von der ehemaligen Digitalministerin Audrey Tang – hat das taiwanesische Modell der Bürgerbeteiligung geprägt und dort das Vertrauen in staatliche Institutionen enorm gestärkt. Genau dieses Format holen wir jetzt nach Deutschland: als Deutschland, was nervt? Was geht?, den ersten bundesweiten Bürger-Hackathon.

Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative der SPRIND und des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS). Umgesetzt wird das Format von einem interdisziplinären Team aus dem Digital Democracy Lab der SPRIND.Society (Jeannette Gusko, Leon Erichsen) und der Abteilung Staatsmodernisierung und Bürokratie-Rückbau des BMDS (Abteilungsleiter Thomas Müller, Referent Julian Buck). Diese Doppelbesetzung stellt sicher, dass neue digitale Beteiligungsformate verprobt werden und die entstehenden Ideen den Weg in die Verwaltung tatsächlich finden. Besonders am Format: Nicht nur das BMDS ist beteiligt – alle weiteren Ressorts, deren Themen von Bürgerideen berührt werden, sind eingebunden. Bürokratieabbau ist ein Querschnittsthema und funktioniert nur ressortübergreifend.

Der Prozess läuft in vier Phasen:

  1. In der Einreichungsphase wurden über das Einfach-Machen-Portal des BMDS sowie die Hackathon-Website über 27.000 Bürgerhinweise gesammelt, wo Verwaltung im Alltag aufhält. Dabei haben wir verschiedene KI-gestützte Eingabeformate getestet – etwa das Bürgertelefon – und untersucht, welche Zugangswege Bürgerinnen und Bürger am besten erreichen.
  2. In der Abstimmungsphase entscheidet ganz Deutschland per quadratischer Wahl, welche Themen zuerst angepackt werden – ein Verfahren, das nicht nur Mehrheiten abbildet, sondern auch die Intensität von Präferenzen.
  3. In der Umsetzungsphase bewerben sich Tech-Teams mit Lösungsvorschlägen für die wichtigsten Bürgerprobleme, entwickeln in mehreren Stufen Prototypen und werden dabei mit 25.000 bis 100.000 Euro finanziert.
  4. Am Jahresende präsentieren die besten Teams ihre Lösungen beim Minister-Pitch vor Bundesminister Karsten Wildberger. Die überzeugendsten Lösungen werden bei Erfolg 2027 in die Bundesverwaltung integriert.
Foto Jeannette Gusko (Digital Democracy Lab) und Julian Buck (BMDS)
Jeannette Gusko (Digital Democracy Lab) und Julian Buck (BMDS)

Wichtig ist uns der Umgang mit dem gesamten Ideenfundus. Nicht zu jeder Einreichung entsteht im Hackathon eine Lösung – aber keine geht verloren. Wir verfolgen nach, was aus den Bürgerideen wird. Ideen, die außerhalb des Hackathons weiterverfolgt werden können, leiten wir an zuständige Behörden weiter oder nutzen sie als Inspiration für Politik, Zivilgesellschaft und Start-ups.

Deutschland, was nervt? Was geht? verfolgt zwei Innovationsziele: Erstens testen wir, ob das Format bei Teilnehmer:innen zu mehr Vertrauen und Selbstwirksamkeit führt – ob Menschen spüren, dass sich durch ihre Beteiligung tatsächlich etwas verändert. Der Prozess wird wissenschaftlich begleitet, damit die Effekte messbar werden. Zweitens suchen wir sprunginnovative Verwaltungslösungen, die bei Erfolg tatsächlich in die Bundesverwaltung integriert werden – mit politischem Rückhalt in allen beteiligten Ressorts. Die zentrale Hypothese: Bürgerbeteiligung entfaltet ihre Kraft nur, wenn sie mit direktem politischem Willen zur Umsetzung verbunden ist. Genau diese Brücke schlagen wir – gemeinsam mit dem BMDS und allen zuständigen Ressorts.

Foto Thomas Müller (BMDS) und Leon Erichsen (Digital Democracy Lab)
Thomas Müller (BMDS) und Leon Erichsen (Digital Democracy Lab)
Send Email
LinkedIn
Instagram
Youtube
X (Twitter)
Bluesky
Mastodon
Newsletter
Für die Anmeldung zum SPRIND Newsletter gelten die aktuellen Datenschutzhinweise.
SprinD GmbH, Lagerhofstr. 4, 04103 Leipzig, info@sprind.org