Offen für Bewerbungen

Ihre Challenge:
Continuous Hormone Monitoring

Hormone steuern nahezu jeden Prozess im menschlichen Körper – von Stoffwechsel und Immunsystem bis zu Kognition und Reproduktion. Doch wie wir sie messen, ist statisch: Ein Zeitpunkt, ein Wert. Hormone folgen jedoch hochdynamischen Mustern – sie schwanken im Tagesverlauf, über den Zyklus, in Reaktion auf Stress, Schlaf und Ernährung. Diese Dynamik bleibt unsichtbar.

Besonders Frauen sind davon betroffen. Ihre hormonellen Systeme zeigen die größte Variabilität – und wurden jahrzehntelang systematisch aus der Forschung ausgeschlossen. Bis heute basieren Diagnosen auf Referenzwerten, die weder Zyklusphase noch Tageszeit noch individuelle Baseline berücksichtigen. Erkrankungen wie Endometriose, PCOS, Autoimmunstörungen oder hormonabhängige Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zu spät erkannt oder gar nicht verstanden. KI-Modelle werden auf denselben lückenhaften Daten trainiert.

Was wir brauchen, sind Sensoren, die kontinuierlich im Alltag messen. Sensoren, die sichtbar machen, was heute verborgen bleibt.

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Die Herausforderung: Biosensoren entwickeln, die mindestens vier Hormone kontinuierlich über sieben Tage messen – mit ausreichender zeitlicher Auflösung, um biologische Dynamik ohne Informationsverlust abzubilden.

In der Challenge sollen Teams Sensortechnologien entwickeln, die erstmals kontinuierliches Hormonmonitoring ermöglichen. Mindestens vier Hormone müssen erfasst werden – darunter Östrogen, Progesteron, LH, FSH, Cortisol, Testosteron oder Schilddrüsenhormone. Die zeitliche Auflösung der Messungen muss so gewählt werden, dass sie die spezifische biologische Dynamik und Pulsatilität des gewählten Hormonpanels ohne Informationsverlust abbildet. Die Messung erfolgt über mindestens sieben aufeinanderfolgende Tage, direkt in einer biologischen Matrix wie interstitieller Flüssigkeit, Schweiß oder Speichel.

Jedes Team definiert einen konkreten, transformativen Use Case, der transformativ ist: Früherkennung von Präeklampsie durch longitudinale Östrogenprofile? Optimierung hormonabhängiger Medikamentendosierungen über den Zyklus hinweg? Prädiktion lutealer Insuffizienz vor dem Einsetzen klinischer Symptome? Voraussagen autoimmuner Schübe bei Krankheiten wie Lupus oder multipler Sklerose? Ziel ist es, eine Plattformtechnologie zu entwickeln, die grundsätzlich in der Lage ist, hochdynamische Prozesse sichtbar zu machen, die in der aktuellen klinischen Praxis aufgrund zu geringer Datenpunktdichte verborgen bleiben. So sollen neue Möglichkeiten zur Therapie und Diagnostik geschaffen werden, die ohne die entwickelte Technologie nicht möglich wären.

Parallel entsteht ein gemeinsamer Referenzdatenpool – die erste standardisierte Sammlung kontinuierlicher Hormondaten über Populationen, Lebensphasen und Gesundheitszustände hinweg. Dieser Pool wird die Grundlage für präzise Kalibrierung, weitere Forschung und KI-gestützte Präzisionsmedizin bilden.

Teams, die an dieser Challenge teilnehmen, sind voll und ganz gefordert. Die SPRIND unterstützt deshalb intensiv und individuell. Dazu gehört die Finanzierung der Teams mit bis zu 1,5 Mio. € in Stufe 1, bis zu 2 Mio. € in Stufe 2 und bis zu 2,5 Mio. € in der finalen Stufe 3 der Challenge. Um den Teams zu helfen, ihr volles Potential zu entfalten, stellt die SPRIND den Teams neben finanzieller Unterstützung Mentor:innen zur Seite, die die Arbeit eines jeden Teams begleiten, beraten und vernetzen.

Damit sich die Teams voll und ganz auf ihre Innovationen konzentrieren können, finanzieren wir schnell und unbürokratisch. Die erste Stufe startet im Juli 2026: Nach einem Jahr entscheidet die Jury auf der Grundlage von Zwischenevaluationen, welche Teams weiter an der Challenge teilnehmen. Als Finalist:innen bekommen diese Teams die Gelegenheit, ihr Projekt weitere zwölf Monate voranzutreiben. Die besten Teams erhalten in Stufe 3 nochmals zwölf Monate, um ihren Durchbruch umfassend zu demonstrieren.

Noch einen Schritt weiter gedacht: Ideen mit dem Potential für eine Sprunginnovation müssen in den Markt gebracht werden, um uns allen zugutezukommen – aussichtsreiche Projekte können deshalb auch nach Ende der Challenge weiter durch die SPRIND unterstützt werden.

Detaillierte Informationen können der Ausschreibung und der Teilnahmevereinbarung entnommen werden.

Ihr möchtet mehr über die Challenge erfahren oder habt noch offene Fragen? Dann registriert euch für unser Webinar am 01.06.2026 um 17:00 Uhr (CEST). Wir geben euch einen Überblick über das Programm und beantworten eure Fragen live.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 26. Juni 2026 (18:00 Uhr MESZ). Alle bis zu diesem Termin eingegangenen Bewerbungen werden berücksichtigt.

Die SPRIND unterstützt alle Teams darin, das Ziel der Challenge zu erreichen. Dazu gehört, dass die SPRIND die Arbeit der Teams von Beginn der Challenge finanziert. Darüber hinaus stellen wir allen Teams Mentor:innen zur Seite, die umfassende Erfahrung in der Umsetzung von bahnbrechenden Innovationen haben. Aus dieser Erfahrung heraus unterstützen die Mentor:innen die Teams zum Beispiel in der Planung der Arbeitspakete und Experimente oder in der Vernetzung mit Kollaborationspartner:innen oder Unterauftragnehmer:innen. Darüber hinaus nutzt die SPRIND ihr Netzwerk, um die Umsetzung von Sprunginnovationen zu befördern.

Alle Ausgaben, die der Erreichung des Challenge Ziels dienen, können mit den Mitteln der SPRIND finanziert werden. Dazu können zum Beispiel Personalkosten, Geräte und Materialien oder Miete von Laborflächen gehören.

Die Rechte am geistigen Eigentum, das während der Challenge durch die Teams geschaffen wird, verbleiben bei den Teams. Die SPRIND erhält ein unentgeltliches und nicht-exklusives Nutzungsrecht an den gefundenen Ergebnissen. Details können der Teilnahmevereinbarung und dem IP FAQ entnommen werden.

Die SPRIND ist entschlossen, Innovator:innen darin zu unterstützen, Sprunginnovationen umzusetzen. Falls die SPRIND während der Challenge Sprunginnovationspotential in den Teams identifiziert, kann deren Arbeit auch nach Abschluss der Challenge weiter unterstützt werden.

Die Bewerbungsfrist endet am 26. Juni 2026 um 18 Uhr MESZ.

Ein Expertenteam der SPRIND trifft eine Vorauswahl aus den eingegangenen Bewerbungen. Die finale Entscheidung zur Zulassung zur Challenge wird auf Grundlage der Bewerbung und des Pitches von einer Jury getroffen. Der Pitch soll im Rahmen der Auswahltagung am 9. und 10. Juli in Leipzig stattfinden.

Die Challenge hat eine Laufzeit von insgesamt 3 Jahren. Dabei findet nach Ende der einjährigen Stufe 1 der Challenge eine weitere Auswahlrunde statt, in der sich herausstellt, welche der Challenge Teams auch in Stufe 2 durch die SPRIND finanziert werden.

Bewerbungen sind ab dem 11. Mai 2026 ausschließlich über das Online-Bewerbungsformular möglich. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich in englischer Sprache.

Alle Challenge Teams sind im Verlauf der Challenge in einem engen Austausch mit der SPRIND und dem Mentoring Team. Dadurch wird ein zielgerichteter Innovationsprozess sichergestellt, in dem aufkommende Herausforderungen frühzeitig identifiziert und adressiert werden können. Darüber hinaus sind keine detaillierten Aufstellungen zur Verwendung der Finanzierung erforderlich.

Es können sowohl Einzelteilnehmer:innen als auch Teams teilnehmen. Bewerben können sich Teams in allen Rechtsformen wie Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, etablierten Unternehmen, Start-ups und Inkubatoren, auch ein Verbund aus mehreren Entitäten ist möglich. Wird sich nicht als Unternehmen beworben, muss eine Ausgründung in spätestens in Stufe 2 angestrebt werden.

Teilnehmer:innen und Teams sind antragsberechtigt, wenn sie ihren Hauptsitz in der Europäischen Union, in der Europäischen Freihandelszone (EFTA), dem Vereinigten Königreich oder Israel haben. Einzelne Teammitglieder oder Kooperationspartner können ihren Sitz außerhalb dieser Region haben.

Grundsätzlich sind alle Sensortechnologien und biologischen Matrizes zugelassen – von tragbaren Wearables bis zu implantierbaren Systemen, von interstitieller Flüssigkeit über Schweiß bis zu Speichel oder Blut. Zwei Anforderungen sind jedoch nicht verhandelbar: Die Messung muss kontinuierlich vor Ort erfolgen – Probenentnahme zum Einschicken an ein Labor ist nicht zulässig. Und die Messung muss direkt am Zielhormon erfolgen – Surrogatmarker oder indirekte Parameter wie Herzfrequenz oder Temperatur sind als Hormonproxy nicht zugelassen.

Haben Sie Fragen zur Challenge? Schreiben Sie uns unter challenge@sprind.org.

Jano Costard, Challenge Officer
Jano Costard, Challenge Officer
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